Gewinner Deutscher Kinder- und Jugendliteraturpreis 2017, Gewinner Kategorie Bilderbuch: „Hier kommt keiner durch!“ von Isabel Minhós Martins

Ein Buch: Eine linke und eine rechte Seite. Die rechte Seite ist leer, auf der linken steht ein Aufpasser, der die Grenze zwischen beiden Seiten bewacht und darauf achtet, dass niemand einen Fuß auf die „verbotene“ Seite setzt. Diesen Auftrag hat er von einem General, der befohlen hat, dass nur er die rechte Seite betreten darf. Der General möchte im Buch seinen großen Auftritt auf der weißen rechten Seite haben und niemand soll ihm diese streitig machen. Stück für Stück füllt sich die linke Seite des Buches mit Neuankömmlingen, die etwas Dringendes auf der anderen Seite erledigen wollen. Doch wer auch immer neu dazu stößt wird direkt vom Aufpasser abgewiesen. Irgendwann löst ein kleiner Ball des Anstoßes einen großen Tumult aus und ganz unerwartet hat plötzlich jemand anderes seinen großen Auftritt… Weiterlesen

Hinter dem Wald wartet das Ende vom Tellerrand: „Borst vom Forst“ von Yvonne Hergane

Der kleine Frischling Borst aus dem Forst ist nicht wie seine anderen Wildschwein-Geschwister. Er tanzt häufiger mal aus der Reihe und verliert beim Waldspaziergang so manches Mal den Anschluss an seine Familie. Eines Tages stößt er im Wald auf etwas Ungewöhnliches, das er noch nie zuvor im Forst gesehen hat: Es ist eckig und scharf und verströmt einen Hauch von Abenteuer. Es ist ein Schneckenhaus, aus dem ihm eine Stimme zuraunt, dass es unbedingt wieder nach Hause möchte. Dieses Ding ist so anders als Borst, so warm und nicht kalt und so weit statt eng. Für Borst ist ganz klar, dass er die Herkunft dieses Dings unbedingt herausfinden muss. So macht er sich auf den Weg nach „Gegenteil“. Auf seinem Weg erklärt ihm eine Möwe, dass er dazu unbedingt zum Meer gehen muss. Und plötzlich kennt Borst ganz genau sein Ziel: das „Mehr“… Weiterlesen

Finde deine eigene Tür: „Luftigruß“ von Maja Kastelic

Ein Bilderbuch (fast) ohne Text? Kann das gehen? Ja! Hier sogar unglaublich gut!

Ein Junge wird von einem kleinen Papierflieger aus dem Haus gelockt und läuft ihm staunend hinterher. Er kommt an verlassenen Häusern vorbei und muss durch dunkle Gassen gehen. Plötzlich öffnet sich eine Tür, hinter der Licht brennt. Eine Katze steckt ihren Kopf heraus und wie von selbst versteht der Junge, dass er ihr durch das Haus folgen soll. Dabei entdeckt er wie bei einer Schnitzeljagd Kinderzeichnungen, die ihm den Weg durch die verwinkelten Flure und verlassenen Räume weisen. Schließlich erklimmt er einen hell erleuchteten Dachboden, auf dem er auf ein kleines Mädchen trifft, das unermüdlich und mit einem Lächeln auf dem Gesicht viele weitere Papierflieger bastelt… Weiterlesen

Geschnatter am Beckenrand: „Schnabbeldiplapp“ von Günther Jakobs

Schwan Henry hat den perfekten Sommertag erwischt: Die Sonne scheint und ein kühler See ist in Sicht. Plötzlich entdeckt er am Ufer eine Ente, der so gar nicht nach Schwimmen zumute ist. Emil hat regelrecht Angst davor ins Wasser zu gehen. Weil er sich partout nicht dazu bringen lässt, es einmal mit dem Schwimmen zu versuchen, fährt Henry mit ihm kurzerhand ins Schwimmbad. Schnabbeldiplapp! Es wäre doch gelacht, wenn man einer Ente nicht das Schwimmen beibringen könnte. Die Umsetzung von Henrys Idee ist dann aber doch um einiges anstrengender als gedacht, aber sie funktioniert… Weiterlesen

Heulen oder nicht heulen?: „Eul doch!“ von Martin Baltscheit

Als die kleine Eulsuse auf die Welt kommt, merken ihre Eltern sofort: Irgendetwas stimmt doch mit ihr nicht! Sie will einfach nicht (h)eulen, dabei ist es doch für eine Eulsuse ganz normal, dass sie dies zu allen erdenklichen Anlässen tut. Aber egal ob vor Stolz oder Rührung, vor Wut oder Angst – der Eulsuse ist keine Träne zu entlocken. Die Familie entschließt sich daher dazu, die Eulsuse zu verstoßen. Als sich dann nicht nur sie einsam fühlt (und immer noch keine Träne verdrückt!), sondern auch die Familie sie wider Erwarten schmerzlich vermisst, vollzieht sich eine unerwartete Annäherung… Weiterlesen

Da ist der Bär los: „Bären beobachten“ von Michelle Robinson

Ein Kind macht sich auf den Weg in den Wald, um Bären zu beobachten. Ausgerüstet ist es mit dem, was man  zur erfolgreichen Bärenbeobachtung eben so braucht: Mit einem großen Rucksack, einer Tasse, einem Bärenschlüsselanhänger, einer Skimütze, den dazu passenden Fäustlingen und einem Teddy. Aus dem Bären-beobachten-Leitfaden in Form eines Notizbuches, das das Kind dabei hat, weiß es zwar schon, dass es Schwarz- und Braunbären gibt und wie sie aussehen, aber auf die Tatsache, dass echte Bären richtig gefährlich sind, hat es niemand vorbereitet. Und siehe da: Ein echter Schwarzbär lässt nicht lange auf sich warten. Als dann auch noch ein Braunbär des Weges kommt sitzt das Kind in der Falle. Was nun? Wie gut, dass sich im Rucksack jede Menge nützliches Krimskrams befindet!  Weiterlesen

Grenzen durchbrechen: „Hier kommt keiner durch!“ von Isabel Minhós Martins

Ein Buch: Eine linke und eine rechte Seite. Die rechte Seite ist leer, auf der linken steht ein Aufpasser, der die Grenze zwischen beiden Seiten bewacht und darauf achtet, dass niemand einen Fuß auf die „verbotene“ Seite setzt. Diesen Auftrag hat er von einem General, der befohlen hat, dass nur er die rechte Seite betreten darf. Der General möchte im Buch seinen großen Auftritt auf der weißen rechten Seite haben und niemand soll ihm diese streitig machen. Stück für Stück füllt sich die linke Seite des Buches mit Neuankömmlingen, die etwas Dringendes auf der anderen Seite erledigen wollen. Doch wer auch immer neu dazu stößt wird direkt vom Aufpasser abgewiesen. Irgendwann löst ein kleiner Ball des Anstoßes einen großen Tumult aus und ganz unerwartet hat plötzlich jemand anderes seinen großen Auftritt… Weiterlesen

Volle Kraft voraus: „Fiete – Das versunkene Schiff“ von Ahoiii

Fiete, Hinnerk und Hein leben auf einer kleinen Insel. Außer ein paar Schafen, kleinen Häuschen und dem Leuchtturm gibt es dort nicht viel zu sehen. Auf dem Leuchtturm wohnt der alte Seemann Hansen, der immer häufiger die Hilfe der drei Freunde braucht, da er selbst nicht so gut zurecht ist. Fiete, Hinnerk und Hein helfen da natürlich gerne und gehen Hansen beim Einräumen der neuen Vorräte zur Hand. Dabei fällt ihnen ein Schild in die Hände, das früher an Hansens geliebtem – aber leider versunkenem – Schiff Botilda gehangen hat. Als sie merken, wie traurig der alte Hansen über den Untergang ist, beschließen sie kurzerhand, sich auf die Suche nach der Botilda zu machen. Aber dieses Abenteuer auf hoher See wird viel aufregender und kniffliger als gedacht… Weiterlesen

Vorurteile überwinden: „Der schaurige Schusch“ von Charlotte Habersack

Auf dem Dogglspitz, einem Berg irgendwo im Nirgendwo, leben ein Huhn, ein Hirsch, eine Gans und ein Murmeltier. Auf dem Berg, der höher in den Himmel ragt als jeder andere Berg irgendwo im Nirgendwo, passiert meistens nichts besonders Aufregendes – bis sich eines Tages ein neuer Bewohner ankündigt. Allein der Name (der schaurige Schusch!!!) lässt die Bewohner erschauern. Sie erwarten dessen Ankunft mit Schrecken: Niemand hat den schaurigen Schusch je gesehen und doch haben bereits alle Angst vor ihm und seiner Ankunft. Als der schaurige Schusch dann endlich in sein Haus auf dem Berg einzieht, traut sich niemand, ihn anzusehen geschweige denn zu besuchen – bis auf den fünften Bewohner des Dogglspitz, den Party-Hasen. Er nimmt eines Abends die Einladung des schaurigen Schuschs zu einem ersten Kennenlernen an. Und dann passiert auf dem Berg irgendwo im Nirgendwo etwas Unglaubliches, aber doch eigentlich ganz Natürliches… Weiterlesen

Von mutigen „Neins!“: „Theo weiß, was er will“ von Franziska Seyboldt

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© Carlsen

Eines Morgens sitzt an Theos Bett ein kleiner Mann. Theo ist verwirrt: Er weiß nicht, was er davon halten soll, denn der für alle anderen Menschen unsichtbare Mann stellt Theos Leben ganz schön auf den Kopf! Egal, was Theo gefragt wird – immer ist sein neuer Begleiter Herr Nein mit seiner Antwort schneller: Neiiin, nöööö, neeee! Herr Nein mischt sich einfach überall ein: am Frühstückstisch, im Straßenverkehr und im Kindergarten. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass jeder denkt, Theo würde die patzigen Antworten geben. Er muss Herrn Nein dringend loswerden. Aber wie? Theo weiß sich nicht zu helfen bis er eines Tages entdeckt, was für eine Wirkung sein eigenes „Nein!“ hat. Und siehe da: Herr Nein verschwindet… Weiterlesen