Bom dia Lissabon!: Eléctrico 28 oder wie Amadeo die Liebe fand

Amadeo liebt seinen Beruf. Seit vielen Jahren fährt er die bekannteste Straßenbahn Lissabons. Und er ist in der Stadt mindestens genauso bekannt. Mit seinen originellen Tricks schafft er es, schüchterne verliebte Menschen zusammenzubringen. Dazu hält er drei Fahrmanöver bereit: Das Stoppen und schnelle Anfahren am Hang, das Beschleunigen in der Kurve und das abrupte Bremsen beim Ausstieg der Passagiere. Und in den meisten Fällen heißt es dann für zwei Verliebte: „….uuuund – Schwupps – Kuss!“. Als dann aber Amadeos letzter Arbeitstag anbricht, sehnt auch er sich ganz traurig nach etwas ganz Besonderem…

Ach, Amadeo ist einfach durch und durch ein liebenswürdiger Kerl. Er schmust jeden Morgen mit seiner Katze und für die Menschen gehören er und seine Bahn einfach zusammen. Hierzulande würde man Amadeo wahrscheinlich als „Urgestein“ bezeichnen und kaum jemand würde ihn nicht ins Herz schließen. Man wünscht ihm daher von Herzen, dass auch er die große Liebe findet. Und siehe da: Die wunderbare Geschichte der Eléctrico 28 wiederholt sich und wieder einmal heißt es „…uuuund – Schwupps – Kuss!“.

Man kann beim Lesen beinahe selbst den Fahrtwind spüren, wenn die gelbe Bahn um die Kurven saust. Und noch dazu hört man Amadeos Freund Lázaro als stünde man neben ihm, wenn er auf seiner Gitarre klimpert, um besonders „schweren Fällen“ noch einen musikalischen Anschubser zu geben. Man sieht, hört und fühlt das Flair der Stadt. Schön ist auch, dass Begriffe wie „bom dia“ oder „pastel de nata“ nicht eingedeutscht wurden.

Eins steht für mich fest: Das Buch lebt von seinen grandiosen Illustrationen! Nachdem ich angefangen habe, den Text zu lesen, bin ich Stück für Stück dazu übergegangen, direkt die Bilder zu betrachten. Die erzählen fast schon allein die gesamte Geschichte. Dass es auf einer Doppelseite viele einzelne Szenen gibt, bringt ordentlich Tempo in die Geschichte. Die Bilder machen einfach den Charme des gesamten Buches aus und bringen den Leser zum Lachen. Vor allem werden sich Leser und Zuhörer bestimmt freuen, dass nach jedem Manöver das obligatorische „uuuund – Schwupps – Kuss!“ folgt und jedes Mal auf ihren Einsatz warten.

Ich bin mir jedoch ein wenig unsicher, ob sich alle Kinder der anvisierten Altersklasse schon für das Thema des Bilderbuches interessieren. Lustig ist die Geschichte aber so oder so. 

Und vielleicht möchte ja jemand von euch in nächster Zeit einmal Lissabon besuchen. Steckt an Stelle eines Reiseführers einfach dieses Buch ein. In diesem Sinne sage ich an dieser Stelle: „… uuuund – Schwupps – Schluss!“

(Werbung, unbeauftragt, Rezensionsexemplar erhalten)

Davide Cali und Magali le Huche Eléctrico 28 oder wie Amadeo die Liebe fand, ab 5 Jahren, Knesebeck, erschienen am 21. Februar 2019, 978-3957281845