Hier gibt der Kleinste den Ton an: „Der Tierigent“

Endlich ist es soweit. Das Orchesterkonzert im Stadtpark steht kurz bevor. Alle Tiere üben noch einmal fleißig ihre einzelnen Stimmen. Nur einer hat noch nicht das richtige Instrument für sich gefunden… Der kleine Spatz fliegt aufgeregt von einer Instrumentengruppe zur nächsten. Für die Streichinstrumente sei er zu klein, erklärt ihm der Affe. Auch die Holzblasinstrumente kommen laut Bär für ihn nicht in Frage. Schließlich hat der Spatz Flügel und keine Tatzen. Als auch alle anderen Tiere ihn für ungeeignet befinden, fliegt er enttäuscht und traurig davon. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als im Publikum Platz zu nehmen. Dann beginnt das Konzert und plötzlich bekommt der Spatz doch noch seine ersehnte Chance…

Der Text im Buch ist in Reimen verfasst. Keine der Zeilen wirkt gekünstelt. Sie sind durchgehend stimmig, flüssig und verleihen dem Text eine ganz eigene Melodie. Das passt einfach wunderbar zum Thema. Die Illustrationen sind so bunt, heiter und fröhlich wie man es von der Illustratorin gewohnt ist.

Das Bilderbuch könnte neben dem „normalen“ Vorlesen gut als Aufhänger zur Vorstellung der einzelnen Instrumente (zum Beispiel im Rahmen der musikalischen Früherziehung in der Musikschule etc.) eingesetzt werden. Häufig gibt es dort Bücher, die langatmig daherkommen und die einzelnen Instrumente sehr sachlich und zwanghaft auf Vollständigkeit bedacht darstellen. 

Außerdem bietet das Buch einen schön gestalteten Anlass, mit den kleinen Lesern kindgerecht über das Thema Ausgrenzung zu sprechen und wie weh es tun kann, von anderen abgewiesen zu werden. Es geht vor allem darum, dass jeder mit seinen eigenen Voraussetzungen, Stärken, Schwächen, Interessen und Talenten etwas finden kann, mit dem er Teil einer Gruppe ist, in der er sich angenommen, geschätzt und gebraucht fühlt. Ein Orchester braucht schließlich viele verschiedene Stimmen, um ein Meisterwerk aufzuführen.

(Werbung, unbezahlt, Rezensionsexemplar)

Cornelia Boese und Manuela Olten Der Tierigent ab 4 Jahren, Gerstenberg, erschienen am 24. Juni 2019, 978-3836960250

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