Eine haarige Geschichte: „Glattes Haar wär wunderbar“

Ein kleines Mädchen hat ein „Problem“: Es hat orangerote, abstehende und furchtbar eigenwillige Locken. Die kleine Dame ärgert sich riesig darüber, warum gerade sie mit diesen biestigen Ringeln auf die Welt gekommen ist. Dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher als glattes Haar. Sie hat es schon mit Wasser, Bürsten, Klebeband, Luftballons und Büchern probiert, aber nichts will helfen. Sogar ihre Freunde haben ihre Haare schon in die Länge gezogen. Vergeblich. Sie bleiben gelockt. Resigniert lässt sie schließlich von ihren Haaren ab. Genau in diesem Moment taucht ein anderes Mädchen auf und es hat genau das, was sich der kleine Wuschelkopf so sehr wünscht…

Da auch meine Locken bis heute nicht das machen, was ich gerne möchte, hat mich das Cover des Buches direkt angesprochen. Auch bei mir wird dann manchmal ganz ambitioniert das Glätteisen hervorgeholt, um der gelockten Mähne Einhalt zu gebieten. Aber dann verbrenne ich mich, fluche, schwitze und gebe schließlich doch auf – mit einer zur Hälfte fertigen Glatthaarfrisur. 

Mir war bis zu diesem Buch nicht bewusst, dass man genau das tatsächlich auch auf so witzige Art und Weise darstellen kann. Allein die Haare des kleinen Mädchens sind so genial chaotisch und vielseitig gezeichnet, dass man manchmal sogar ganz vergisst, den Rest der Bilder zu betrachten. Die Haare führen ein Eigenleben und faszinieren so sehr, dass ich auch schon ein leiiiiiiichtes Ziepen auf dem Kopf verspürt habe.

Der Text ist in Reimen verfasst, die der Story ein rasantes Tempo verleihen. Da heißt es zum Beispiel wirklich sehr niedlich: „Doch kaum sind sie trocken, da macht es schon boing! Die Locken, sie springen da-dingi-di-doing!“

Zugegebermaßen behandelt das Buch ein Thema, mit dem sich sicherlich schon viele Mädchen und Frauen beschäftigt haben. Ich denke jedoch nicht, dass Kinder ab drei Jahren sich schon ernsthaft damit auseinandersetzen wie ihre Haare gerade aussehen und ob sie  womöglich traurig sind, weil sie sich ganz andere wünschen. 

Ein wenig klischeehaft ist das Buch durchaus und zum Ende hätte es meiner Meinung nach gerne noch eine peppige Pointe geben dürfen. Nichtsdestotrotz vermittelt das Buch den Kleinen, dass jeder Mensch besondere Eigenschaften hat, die ihn und nicht nur sein Haar unverwechselbar machen.

[Werbung, Rezensionsexemplar]

Laura Ellen Anderson (übersetzt von Pia Jüngert) Glattes Haar wär wunderbar, ab 3 Jahren, Magellan, erschienen am 18. Januar 2018, 978-3734820373

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